27. September 2021 | pArtikel drucken | kKommentieren

Employee Choice-Programme: Wie Unternehmen ihre Attraktivität steigern

Die Arbeitgeberattraktivität ist für Unternehmen heute von entscheidender Bedeutung. Wer als attraktiver Arbeitgeber gilt, kann die besten Mitarbeiter:innen für sich gewinnen und langfristig halten – auch, wenn ein Fachkräftemangel herrscht. Um dieses Ziel zu erreichen, sind verschiedene Maßnahmen nötig, die über die finanzielle Dimension weit hinausgehen. Dazu gehören beispielsweise „Employee Choice“-Programme. 

Sie sind begehrt und häufig schwer zu bekommen: gute Mitarbeiter:innen. Wie aus einer aktuellen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft hervorgeht, ist dies gerade bei hochqualifizierten Fachkräften der Fall. So bestehe in diesem Umfeld ein Fachkräftemangel, der teils gravierender ausfalle als vor dem Ausbruch der COVID19-Pandemie. Besonders betroffen seien technische und soziale Berufe – die, wie die Autoren betonen, für die Innovationskraft der deutschen Wirtschaft und der Versorgung der Bevölkerung essenziell sind. Als Fachkräftemangel gilt, wenn die Anzahl der offenen Stellen die Anzahl der Bewerber:innen übertrifft.

Der Studie zufolge wird das Thema Fachkräftemangel jetzt und in Zukunft eine Herausforderung in Deutschland bleiben – auch wenn aktuell nur bestimmte Berufe und Tätigkeitsfelder betroffen sind. Dafür sorge allein der demografische Wandel.

Arbeitgeberattraktivität als Wettbewerbsvorteil

Mit der Steigerung der eigenen Attraktivität haben Unternehmen die Möglichkeit, die Herausforderung des Fachkräftemangels zu adressieren. Denn wer als attraktiver Arbeitgeber bzw. „Employer of Choice“ gilt, hat gute Chancen, die besten Mitarbeiter:innen zu rekrutieren und zu halten – selbst, wenn diese rar gesät sind.

Um ein „Employer of Choice“ zu werden, müssen Firmen allerdings einige Aspekte beachten. So reicht ein ordentliches Gehalt alleine nicht aus. Das geht unter anderem aus Artikeln der Unternehmen Glassdoor und Kununu hervor, die jeweils Plattformen für Arbeitgeberbewertungen anbieten. Für Bewerber:innen sind auch Themen essenziell wie:

  • Unternehmenskultur 
  • Employer Branding 
  • Work-Life-Balance 
  • Weiterbildungsmöglichkeiten 
  • technologische Ausstattung 

Gerade beim letzten Punkt knüpfen sogenannte „Employee Choice“-Programme an.

Employee Choice: Freie Wahl der technologischen Ausstattung

Diese Programme zeichnen sich dadurch aus, dass Unternehmen ihren Mitarbeiter:innen die Wahl lassen, welche technologische Ausstattung sie im Arbeitsalltag verwenden möchten. Ein Beispiel ist die freie Auswahl der Geräte – wie Computer, Tablet oder Smartphone (Choose Your Own Device). Ob diese Geräte vom Unternehmen bereitgestellt werden oder den Angestellten selbst gehören (Bring Your Own Device), spielt keine Rolle.

Neben der Steigerung der Arbeitgeberattraktivität bergen Employee Choice-Programme einen ganz praktischen Vorteil: Mitarbeiter:innen, die etwa Computer, Tablet oder Smartphone selbst ausgewählt haben, sind in der Regel mit diesen Geräten vertraut – sodass sie damit auf Anhieb produktiv arbeiten können.

Dies geht auch aus einer Jamf-Studie hervor, in deren Rahmen weltweit 580 Firmen befragt wurden. Demnach geben 68 Prozent der Befragten an, dass sie ihre Produktivität durch Employee Choice-Programme steigern konnten.

Employee Choice-Programme immer wichtiger

Wie es weiter heißt, ist die Implementierung solcher Programme kein netter Zusatz mehr, sondern immer häufiger eine Notwendigkeit. In Firmen mit über 500 Mitarbeiter:innen sei es für 68 Prozent der Angestellten wichtig, dass sie ihre Devices frei wählen können. Jeder Zweite bezeichne die Auswahlmöglichkeit als extrem wichtig.

Hinzu komme, dass Employee Choice-Programme inzwischen maßgeblich beeinflussen, ob sich Angestellte für Unternehmen entscheiden. Der Studie zufolge würden 77 Prozent der Mitarbeiter:innen, die in Firmen mit einem Employee Choice-Programm arbeiten, nur zu Arbeitgebern wechseln, die ein ähnliches Programm anbieten.

Diese Schritte müssen bei der Einführung beachtet werden

Damit die Implementierung eines Employee Choice-Programms gelingt, müssen Firmen sechs wesentliche Schritte berücksichtigen – so die Jamf-Studie:

  • Aufsetzen eines Piloten: Unternehmen sollten das Programm im kleinen Maßstab starten – indem sie eine klar definierte Personengruppe bestimmen, die ihre Arbeitsgeräte frei auswählen darf. Treten dann Support- oder Softwarelücken auf, lassen sich diese leicht identifizieren.
  • Ermittlung des Bedarfs: Unter anderem gilt es festzustellen, welche Hardware oder welches Betriebssystem die eigenen Mitarbeiter:innen für die tägliche Arbeit bevorzugen. Dies hilft, den Umfang des Employee Choice-Programms zu definieren.
  • Auswahl der richtigen Software: Damit Mitarbeiter:innen produktiv arbeiten können, etwa mit dem Gerät ihrer Wahl, benötigen sie die richtige Software. Entsprechend müssen sich Firmen nach passenden Software-Lösungen umschauen.
  • Gestaltung einer guten User Experience: Dazu gehört vor allem, den Prozess der Beantragung bis zum Erhalt der gewünschten Technologie möglichst nutzerfreundlich zu gestalten. Eine Option ist zum Beispiel, eine digitale Plattform zu schaffen, über die die Mitarbeiter:innen ihre gewünschten Devices unkompliziert auswählen und bestellen können.
  • Erlauben von Flexibilität: Das Ausrollen des Employee Choice-Programms im großen Stil sollte immer flexibel gestaltet sein. Das bedeutet: Mitarbeiter:innen müssen die Möglichkeit haben, anfangs getroffene Entscheidungen wieder zu revidieren – damit sie beispielsweise ein ausgewähltes Gerät innerhalb eines bestimmten Zeitraums wieder zurückgeben können.
  • Messung der Zufriedenheit: Ein Employee Choice-Programm kann nur erfolgreich sein, wenn Unternehmen genau messen, wie Mitarbeiter:innen die gewählte Technologie, etwa ihr Device, empfinden.

Apple als bevorzugte Wahl

Betrachtet man die Einführung in der Unternehmenspraxis, ergibt sich laut Jamf-Studie ein deutliches Bild. So würden sich Mitarbeiter:innen im Rahmen von Employee Choice-Programmen überwiegend für Apple Geräte entscheiden.

Im Bereich Computer entschieden sich 72 Prozent für einen Mac und 28 Prozent für einen Windows-PC. Im Bereich Tablet und Smartphone sei es ähnlich. Hier würden 75 Prozent iPad und iPhone den Vorzug vor Android geben (25 Prozent).

Eine kürzlich veröffentlichte IBM-Studie gibt klare Hinweise darauf, woran das liegen könnte. Demnach sind Mitarbeiter:innen bei IBM – die frei zwischen einem Mac und Windows PC wählen dürfen – deutlich produktiver und zufriedener, wenn sie mit einem Mac arbeiten. Ein ähnliches Bild ergibt sich bei SAP, das ebenfalls ein Employee Choice-Programm eingeführt hat. Wie das Fachportal „Macerkopf“ schon Anfang 2020 berichtet hat, befürworten die Angestellten nachdrücklich den Einsatz von Apple Produkten. Tatsächlich habe sich die Anzahl derjenigen Mitarbeiter:innen, die sich für einen Mac entscheiden, innerhalb von 15 Monaten verdoppelt.

Mac im Aufwind

Gerade beim Mac legen aktuelle Zahlen nahe, dass die Beliebtheit von Apple Geräten auch in Zukunft anhalten wird. Laut einer jüngst veröffentlichten Analyse der Marktforscher von Trend Force konnte Apple neben Samsung beim Verkauf von Notebooks im vergangenen und laufenden Jahr am stärksten zulegen. Einen großen Anteil an dieser Entwicklung hätten die aktuellen MacBooks mit M1 Chip. Über die Analyse von Trend Force hat unter anderem das Fachportal  „Mac Tech News“ berichtet.

Der positive Trend kommt wenig überraschend: Mac Geräte mit M1-Chip bieten nach übereinstimmenden Testberichten (etwa von Heise Online, t3n oder CIO) deutlich mehr Leistung als ihre Vorgängermodelle – obwohl sie teils günstiger sind und weniger Akku verbrauchen.

Langfristige Kosteneinsparungen

Hinzu kommen die verstärkte Mitarbeiterbindung und -produktivität durch den Mac sowie dessen hohe Langlebigkeit. Wie die Forrester-Studie „The Total Economic Impact™ Of Mac In Enterprise“ ergeben hat, können Firmen mit Mac Devices langfristig Kosten einsparen – obwohl die Anschaffung der Geräte oft teurer ist (CANCOM.info berichtete).

Dies liege erstens daran, dass Mac Geräte, im Vergleich zu Windows PCs, weniger Kosten für IT-Support und Betrieb verursachen. Zweitens müssten Unternehmen mit einem Mac weniger bis gar kein Geld für Hardware und Software ausgeben. Zum Beispiel sei der Kauf von OS- und Endpunkt-Sicherheitslizenzen überflüssig, weil diese Lizenzen bereits in der Hardware enthalten seien. Und drittens fielen die durchschnittlichen Energiekosten pro Jahr bei Mac Geräten niedriger aus als bei Windows PCs. Nicht zuletzt würden Mac Devices nach drei Jahren einen höheren Restwert verzeichnen.

Für die Ermittlung dieser Ergebnisse nutzten die Analysten von Forrester die sogenannte Total Economic Impact“ (TEI)-Methode. Diese Methode berücksichtigt eine Vielzahl von Aspekten: Die Bandbreite reicht von Kosteneinsparungen und geschäftlichen Vorteilen bis hin zu Risiken und potenziellen strategischen Auswirkungen – etwa von der technologischen Ausstattung auf die Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens. Wie Forrester betont, können IT-Entscheider mit TEI frühzeitig feststellen, ob sich eine Investition lohnt oder nicht.

Sie planen ebenfalls die Einführung eines Employee Choice-Programms mit Apple Geräten – oder haben Fragen dazu? Dann wenden Sie sich gerne an das Apple & Mobility Competence Center von CANCOM

Quelle Titelbild: © CANCOM 

Hier schreibt Christian Schinko für Sie

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